D A T E N & E R E I G N I S S E
1821 | Im Zuge der Kirchenunion in Baden Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinde in Walldorf am 14. Oktober.
1842 | Pfarrer Johann Peter Schütz gründet einen Baufonds für eine neue Kirche.
1848 | Karl Heinrich Roos wird neuer Pfarrer und bald zur treibenden Kraft des Kirchenbaus.
1854 | Ein ungenanntes Gemeindeglied stiftet 80 Gulden für ein Christusgemälde in der neuen Kirche. Der Maler Josef Anton Settegast schuf das Gemälde im Jahr 1860 für 600 Gulden. 118 Gemeindeglieder spendeten die restliche Summe.
1855 | Der Bauplatz für den Kirchenneubau wird für 3.350 Gulden erworben. Die Kirche soll dort gebaut werden, wo alle fünf wichtigen Straßen Walldorfs aufeinander treffen.
1856 | Der Heidelberger Kirchenbauinspektor Ludwig Franck entwirft zwei Baupläne – einen einfachen für 30.500 Gulden und einen aufwändigeren für 42.000 Gulden. Die Walldorfer entscheiden sich für die zweite Lösung.
1857 | Am 3. August beginnen die Grabungsarbeiten; am 3. Oktober wird das Fundament fertig gestellt. Die Astor-Erben in den USA schenken der evangelischen Gemeinde auf ihr Bittgesuch hin 270 Gulden für den Kirchenneubau. Der größte Teil der Bau-kosten wird von den Walldorfern selbst aufgebracht.
1858 | Am 16. Juni wird der Grundstein der neuen Kirche gelegt. In den Grundstein werden eine Ortsgeschichte, Brot, Walldorfer Wein und eine Münze eingemauert.
1860 | Ein schwerer Gewittersturm am 27. August schleudert den neu errichteten Dachstuhl des Turms auf das Dach des Langhauses. Das Gewölbe bricht an etlichen Stellen ein.
1861 | Am 3. Juni werden von der Glockengießerei Rosenlächer aus Konstanz vier Bronzeglocken geliefert und am 7. Juni im Turm aufgehängt. Die neue Orgel aus der Werk-statt von Martin Braun aus Hofen bei Spaichingen erklingt am 7. November zum ersten Mal. Am 18. Dezem-ber, einem Mittwoch, wird die neue Kirche eingeweiht.
1900 | Bei ihrem Besuch am 18. Oktober stiftet Großherzogin Luise von Baden zwei Altarleuchter für die Kirche.
1904 | Die Kirche erhält eine elektrische Beleuchtung.
1909 | Erste Innenrenovierung. Die Kirche erhält eine florale Raumfassung, wie sie für die Neogotik typisch ist. Es werden neue, farbige Fenster einge-setzt; eine Dampffußheizung wird eingebaut. Die Orgel wird durch G. F. Steinmeyer, Oettingen (Bayern) umgebaut und erweitert.
1917 | Für die Materialbewirtschaftung im ersten Weltkrieg müssen am 17./18. Juli drei der vier Bronzeglocken abgegeben werden.
1920 | Die von der Glockengießerei Gebrüder Bachert, Karlsruhe, gelieferten drei neuen Glocken läuten am 8. August zum ersten Mal zusammen mit der alten verbliebenen Glocke zum Gottesdienst.
1942 | Erneut müssen drei Glocken – diesmal für Rüstungszwecke des zweiten Weltkrieges – abgegeben werden.
1948 | Einbau eines elektroakustischen Turmmusikspiels durch Friedrich Trautwein als Ersatz für die fehlenden Glocken. Es ist das erste seiner Bauart in der neu gegründeten Bundesrepublik. Auf ihm werden noch bis 1954 Choräle intoniert.
1949 | Am 21. November werden vier neue Gußstahlglocken des Bochumer Vereins im Turm montiert und am 11. Dezember, dem 3. Advent, zum ersten Mal geläutet.
1960 | Bei Renovierungsarbeiten an der Außenfas-sade wird die Kreuzblume auf der Turmspitze durch einen Wetterhahn ersetzt.
1961 | Feier des 100-jährigen Bestehens der Evan-gelischen Stadtkirche am 8. und 9. Juli.
1964 | Ein Blitzschlag beschädigt den Wetterhahn so stark, dass er durch einen neuen ersetzt werden muss.
1965 | Zweite Innenrenovierung. Dem funktionalen Architekturgeschmack der sechziger Jahre entsprechend werden die gesamte florale Ornamentik, das Holzgestühl im Chorraum und die alten Leuchter entfernt. Kanzel und Innenraum werden mit einem hellgrauen Farbton übermalt. Um eine neue Orgel aufnehmen zu können, wird die Empore erweitert.
1967 | Einweihung der neuen Steinmeyer Orgel am 9. Juli. Sie zählt bis heute zu den besten Konzertorgeln in der Region.
1975 bis 1977 | Vollständige Renovierung des Kirchturms und der Westfassade der Kirche.
1992 bis 1993 | Die Bleiverglasung der Kirchen-fenster wird erneuert. Sämtliche Fenster erhalten eine Doppelverglasung.
1995 bis 1996 | Dritte Innenrenovierung. Die Raumfassung von 1909 wird zum großen Teil rekonstruiert. Damit gewinnt die Kirche wieder ihren neugotischen Charakter zurück, der sie zu einer der schönsten Kirchen in der Region macht.
2004 | Neubau der Sakristei in moderner Architektur; damit verbunden Renovierung der Ostfassade.
2005 | Neugestaltung des Kirchenumfeldes und des ehemaligen Kirchgartens durch die Stadt Walldorf. Es entsteht ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Kirchplatz.
2007 bis 2009 | Vollständige Restaurierung des Kirchturms und der Außenfassade des Langhauses. Die Turmspitze erhält wieder ihre historische Kreuzblume. Am 16. Dezember, dem 3. Advent, werden 4 neue Glocken in Dienst genommen, die am 14. September in der Glockengießerei Albert Bachert, Karlsruhe, gegossen wurden.
2009 | Zum Abschluss der Sanierungsarbeiten erhält die Kirche neue Eingangstüren. Das gläserne mittlere Eingangsportal enthält in dreidimensionaler Textstruktur Auszüge aus zwei Grundbekenntnissen des Protestantismus. Die Seitenportale erhalten Holztüren in historischer Anlehnung.
2011 | Das 150-jähriges Bestehen der Evangelischen Stadtkirche wird mit Veranstaltungen während des ganzen Jahres gefeiert.
2015 | Erneuerung des Schieferdaches des Lang-hauses und des Chorraums. Dabei wurden auch die historischen Dachgauben wieder hergestellt.
2017 | Renovierung, Umintonation und Erweiterung der Stenmeyer-Orgel auf 39 Register durch Frei-burger Orgelbau Späth.

