GESCHICHTE

G E S C H I C H T E


Blick vom Turm der katholischen Kirche, Zeichnung von Mathias Hess um 1940
Im Herzen der Stadt – Zur Geschichte der Evangelischen Stadtkirche

 

Zwei protestantische Konfessionen – eine Kirche

Kirchturm von der Schwetzinger Straße aus gesehenSchon von weitem ist die Evangelische Stadtkirche an ihrem alles überragenden Turm zu erkennen. Mit seinen 60 Metern ist er nach wie vor das höchste Bauwerk in unserer inzwischen sehr urban gewordenen Kleinstadt. Nicht von ungefähr steht die Kirche mitten im Zentrum. Als man in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts den Bauplatz dafür erwarb, sollte dieser eine Stelle sein, wo die neue Kirche „der Mehrzahl der Bevölkerung sichtbar und zugleich eine Zierde für den Marktflecken wäre“. Also baute man sie an der Kreuzung am östlichen Rand des alten Walldorf, wo die Straßen aus allen Richtungen zusammentrafen. Nachdem sich Walldorf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rasant ausgedehnt und mittlerweile zu einem prosperierenden Industriestandort in der südlichen Metropolregion Rhein-Neckar entwickelt hat, steht sie immer noch und erst recht mittendrin im Herzen der Stadt.

Eine große, nach dem Geschmack jener Zeit im neugotischen Stil errichtete Kirche sollte sie sein. Mit über fünfhundert Sitzplätzen groß genug, damit zwei Konfessionen darin Platz finden konnten. Wie in der übrigen Kurpfalz, dem ehemaligen Kurfürstentum an Rhein und Neckar, gab es nämlich auch in Walldorf bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein zwei protestantische Konfessionen. Das war zum einen die im Gefolge der Reformation durch Martin Luther in Deutschland entstandene lutherische Konfession und zum anderen die reformierte nach dem Vorbild des Genfer Reformators Johannes Calvin. Letztere war gegen Ende des 16. Jahrhunderts die Mehrheitskonfession in der alten Kurpfalz geworden. So auch in Walldorf. Mit dem Heidelberger Katechismus, einer auf Geheiß des damaligen Kurfürsten Friedrich III. verfassten Bekenntnisschrift, erhielt die reformierte Kirche im Jahr 1563 sogar eine eigene theologische Grundlage, die weit über das damalige Kurfürstentum hinaus Geltung erlangen sollte. Nachdem mit Einführung der Reformation zunächst die ältere katholische Ortskirche nahezu eineinhalb Jahrhunderte lang den Walldorfer Reformierten als Gotteshaus gedient hatte, musste sie aufgrund der Religionsdeklaration des katholischen Kurfürsten Johann Wilhelm im Jahr 1705 wieder an die erstarkte katholische Konfession zurückgegeben werden. Daraufhin wurde in den Jahren 1716 bis 1725 eine eigene, kleine reformierte Kirche im alten Ortskern gebaut. Freilich ohne Glocken und nur mit einem kleinen Dachreiter versehen. Dort wurde 1763 auch der bekannteste Sohn der Stadt, Johann Jakob Astor, getauft. Die lutherische Minderheit am Ort hingegen war zum Gottesdienstbesuch auf die lutherische Kirche in Leimen angewiesen. Die „Lutherische Brücke“ an der östlichen Gemarkungsgrenze weist noch heute auf den alten Gottesdienstweg der Walldorfer Lutheraner hin. Diese konnten erst im Jahr 1796 mit dem Kauf der ehemaligen Schlosskapelle St. Laurentius im Oberdorf, die ursprünglich Teil einer alten Hofdomäne der Sickinger gewesen war, ein eigenes Kirchlein erwerben.

Laurentiuskapelle; ehemalige lutherische Kirche    ehemalige reformierte Kirche

Pfarrer Karl Heinrich Roos (1811-1864)Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Einheitsbestrebungen unter den Protestanten des im Jahr 1806 neu gebildeten Großherzogtums Baden jedoch so stark, dass es im Jahr 1821 zu einer Union der bisher getrennten evangelischen Kirchen kam. Die Auswirkungen der philosophischen Aufklärung, aber auch der französischen Revolution und in deren Folgezeit des napoleonischen Einflusses auf die politische Entwicklung am Oberrhein hatten auch unter den Protestanten in Baden für mehr Toleranz und Zusammengehörigkeitsgefühl gesorgt. Warum sollte es denn noch zwei protestantische Kirchen in einem neu erstarkten und bis in die Person des Großherzogs hinein überwiegend evangelisch geprägten Territorium geben? Für die nach der kirchlichen Vereinigung nun über 1.300 Mitglieder zählende evangelische Gemeinde in Walldorf waren damit auch ihre bisherigen Kirchengebäude zu klein geworden. Die ursprünglich zwei protestantischen Konfessionen am Ort brauchten jetzt eine gemeinsame Kirche! So gab es schon ab den 1840er Jahren erste Überlegungen, eine neue evangelische Kirche zu errichten. Sogar die Astor-Erben in New York wurden um eine Spende für den frisch aufgelegten Baufond einer neuen evangelischen Kirche angefragt. Leider mit mäßigem Erfolg! Erst mit Pfarrer Karl Heinrich Roos, der 1848 von Heidelberg nach Walldorf kam, erhielten die Kirchbaupläne einen neuen Anstoß.

Der Bau der Kirche
Ausschnitt aus einer Lithographie von Joseph Wilhelmi mit der unvollendeten „Neuen Kirche“Im Jahr 1855 wurde für 3.350 Gulden ein Bauplatz an prominenter Stelle erworben. Von den beiden im Auftrag der Heidelberger evangelischen Kircheninspektion erarbeiteten Plänen entschied sich die Gemeinde für die kostenintensivere Lösung mit einer Bausumme von 42.000 Gulden. Nach heutigem Wert entspricht das rund 800.000 Euro. Eine große Summe für eine vergleichsweise kleine Gemeinde. Kirchenbauinspektor Ludwig Franck wurde mit der Durchführung des neugotischen Kirchenbaus, der sich an keinem geringeren Bauwerk als dem Freiburger Münster orientierte, beauftragt. Schon im Jahr 1857 konnten die ersten Gründungsarbeiten beginnen. Am 16. Juni 1858 wurde der Grundstein im vorderen Turmbereich eingemauert. Er enthält neben einer Münze und Brot auch eine Flasche Wein aus Walldorfer Gemarkung, gestiftet von einem der letzten Winzer am Ort. Den großen Dorfbrand im selben Jahr überstand der rasch heranwachsende Kirchenbau glücklicherweise, doch im Sommer 1860 zerstörte ein schlimmes Gewitter den gerade fertig gestellten Dachstuhl des Turms. Zusammen mit den schon vermauerten Giebelsteinen durchschlug er das Gewölbe des Langhauses. Für die Gemeinde jedoch war das ein Anlass, noch einmal kräftig in die Spendentasche zu greifen. Schon Anfang Juni des Jahres 1860 wurden von der Glockengießerei Karl Rosenlächer aus Konstanz die vier neuen Glocken geliefert, im gleichen Monat von der Firma Martin Braun aus Spaichingen die Orgel aufgebaut.

Originalplan der Seitenfassade

Im Advent 1861 war der Kirchbau vollendet. Die vermauerten Steine kamen aus dem Nusslocher Steinbruch, der gelbe Sandstein aus Mühlbach bei Eppingen, das Eichenholz für die verschiedenen Holzgewerke aus dem hiesigen Forst. Schon damals zeichnete offenbar eine hohe Spendenbereitschaft die Walldorfer Bevölkerung aus. Viele Walldorfer Landwirte hatten kostenlose Spanndienste geleistet, unzählige Bürger hatten Spenden für den Kirchenbau gegeben und einige sogar höhere Geldbeträge für die Inneneinrichtung gestiftet. So wurden der Taufstein, die Altarleuchter und das Kreuzigungsgemälde, das von dem bekannten Koblenzer Maler Anton Settegast ausgeführt wurde, durch persönliche Schenkungen finanziert. Am 18. Dezember, einem Mittwoch, fand die Einweihung der Kirche statt. Morgens um 11 Uhr versammelte sich die Gemeinde – darunter viele katholische Mitchristen und auswärtige Gäste – nochmals vor der alten reformierten Kirche, um dann in einem großen Festzug durch die Hauptstraße zur neu erbauten Kirche zu ziehen. Die zwei Abendmahlskelche der ehemals reformierten Gemeinde und die Altarbibel der ehemals lutherischen Gemeinde wurden als Symbole der protestantischen Einheit vorangetragen. (Beide liturgischen Gegenstände sind im Eigentum unserer Kirchengemeinde.) Der Einweihungsgottesdienst wurde dann in Anwesenheit von Vertretern der kirchlichen und staatlichen Behörden wie von über dreißig Pfarrern aus der gesamten Region abgehalten. Ein damaliger Zeitzeuge notierte später, dass die Menge „von Menschenvolk“ so zahlreich war, dass die neue Kirche sie „nicht alle aufgenommen hat“. Und Pfarrer Roos, der schon zwei Jahre später verstarb, beschrieb in einem Brief an die Kirchenleitung seine, die Walldorfer Kirche als „einen Tempel, der um seiner Würde und Schönheit willen von der Gemeinde geliebt, von allen anderen aber mit Bewunderung betrachtet wird.“

Abendmahlskelche der reformierten Gemeinde von 1730    Altarbibel der lutherischen Gemeinde aus dem Jahr 1720
Die reformierte Kirche wurde an die jüdische Gemeinde verkauft, der sie bis zur Zerstörung durch die Nazis im Jahr 1938 als Synagoge diente. Heute ist sie im Eigentum der neuapostolischen Gemeinde. Die alte lutherische Kapelle diente über die Jahrzehnte hinweg unterschiedlichen Zwecken, bis sie Ende des 20. Jahrhunderts in städtischen Besitz überging und seitdem als Kulturraum zur Verfügung steht.

Das Innere der Kirche im Originalzustand; Foto von 1896    Foto der Kirche von 1896

Der Zahn der Zeit
Mittelschiff um 1955Mit der Stadterhebung Walldorfs im Jahr 1901 erhielt auch die evangelische Kirche ihren bis heute gebräuchlichen Namen „Stadtkirche“. Bald fünfzig Jahre nach ihrer Einweihung wurde die Kirche 1909 einer ersten Renovierung unterzogen. Die elektrische Beleuchtung wurde vervollständigt und eine für damalige Verhältnisse moderne Dampfheizung eingebaut. Das Kircheninnere erhielt eine bunte, florale Raumfassung in den Säulengewölben und im Chorraum zwei neue Kirchenfenster mit den Porträts der „Kirchenväter“ der badischen Union – Martin Luther und Johannes Calvin. Auch die Orgel wurde einer Erneuerung unterzogen.

Zum Ende des 1. Weltkriegs mussten drei Glocken zur Kriegsbewirtschaftung abgeliefert werden. Sie konnten schon 1920 durch neue Glocken aus der Gießerei Gebrüder Bachert in Karlsruhe ersetzt werden. Aus jener Zeit stammen auch die beiden Gedenksteine für die gefallenen Gemeindemitglieder im Hauptportal, die vom damaligen Pfarrer Otto Hagmaier initiiert wurden. Der 2. Weltkrieg brachte erneut die Demontage von drei Glocken für Rüstungszwecke. Als Ersatz für das fehlende Geläut wurde 1948 ein elektromechanisches Turmmusikspiel eingebaut, ein Unikum in der Badischen Landeskirche. Mit Hilfe von manuell angeschlagenen Metallplatten und den dadurch er-zeugten, elektrisch verstärkten Klängen konnten ganze Tonfolgen intoniert werden. Noch bis in die 1950er Jahre hinein wurden auf diese Weise jeden Samstagabend vom Dachboden aus die Melodien des damals neu eingeführten Kirchengesangbuchs angespielt. Freilich konnte das keine Alternative für echte Glocken sein. Deshalb wurde schon im November 1949 ein vom Bochumer Verein hergestelltes Gussstahlgeläut montiert. Der Tag seiner Einholung hat sich in die Erinnerung der Walldorfer Bevölkerung eingeprägt. War er doch ein sichtbares, mehr noch hörbares Zeichen dafür, dass nun mit den neuen Glocken nach Kriegs- und Nachkriegszeit endlich „Frieden für die Stadt“ eingekehrt war, wie der damalige Pfarrer Gerd Gorenflo bei ihrer Begrüßung ausrief.

Kirchenraum um 1950Doch der Zahn der Zeit machte auch vor der Stadtkirche nicht Halt. Wegen Baufälligkeit mussten schon Ende der 1940er Jahre die meisten Kreuzblumen und andere Ornamentik vom Kirchendach abgenommen werden. Im Jahr 1960 wurde zum hundertjährigen Jubiläum die steinerne Kreuzblume auf dem Turm durch einen vergoldeten Wetterhahn aus Blech ersetzt. Dieser wurde freilich wenige Jahre später durch ein Gewitter so stark beschädigt, dass er ausgetauscht werden musste.

Kirchenraum um 19651965 und 1977 kam es zu weiteren, großen Renovierungen der Kirche. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde der gesamte Innenraum der Kirche im nüchternen Architekturstil jener Zeit – man könnte auch sagen: in calvinistischer Manier – vollständig neu gestaltet. Alle Schmuckmotive und Prinzipalstücke, einschließlich der Kanzel, wurden einfarbig übermalt, das hölzerne Chorgestühl im Altarbereich abgeschlagen und die bisherigen, wagenradgroßen Deckenleuchter abgehängt. Eine neue Konzertorgel der Firma Steinmeyer aus Oettingen wurde eingebaut, nachdem dafür die Empore entsprechend erweitert worden war. Im südöstlichen Bereich wurde in funktionaler Bauform die bisher fehlende Sakristei angebaut. Mitte der siebziger Jahre kam es dann noch zu einer vollständigen Außenrenovierung von Kirchturm und Westfassade. Die schon früher demontierten Kreuzblumen wurden – bis auf die Turm-spitze – meistenteils durch Beton-Duplikate ersetzt und die Fassade rundherum mit einem einheitlichen Anstrich versehen.

Gerüstet für das 21. Jahrhundert
Außensanierung 2007 bis 2009: Montage einer Kreuzblume am Turmhelm (Foto: Behrens)An Ostern 2007 stand wieder ein großes Baugerüst an der Stadtkirche. Nach gründlichen Voruntersuchungen durch die begleitende Facharchitektin Sonja Behrens sollte die Fassade von Kirchturm und beiden Seitenschiffen von Grund auf saniert werden. Der Befund zeigte zum Teil tiefgehende Schäden und Risse im Sandstein. Mit einer großen finanziellen Kraftanstrengung – es handelte sich um eine Bausumme von ca. 1,3 Millionen Euro – wollte die Kirchengemeinde, großzügig von der Stadt Walldorf wie auch der Landeskirche unterstützt, ihr Gotteshaus für das 21. Jahrhundert herrichten. Ganze Quader-stücke, Rundbögen und Steinornamente mussten ausgebessert oder sogar ersetzt werden. Darüber hinaus wurde der Außen-putz an den beiden Seitenwänden erneuert und das komplette Dach des Kirchturms neu eingedeckt. Die Schlussphase einer weiteren Kirchensanierung hatte begonnen.
Bald zeigte sich, dass inzwischen auch die Stahlglocken aus den Nachkriegsjahren zunehmend nicht mehr läutefähig waren. Daraufhin beschloss der Kirchengemeinderat im Zuge der Sanierungsarbeiten nun auch noch ein neues Geläut anzuschaffen. Am 16. Dezember 2007 konnten die vier Bronzeglocken, übrigens wieder aus der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe, feierlich in Dienst genommen werden. Wieder war ein besonderer Festtag für die Kirchengemeinde gekommen, als die neuen Glocken zum ersten Mal zusammen mit der Orgel und dem Posaunenchor den Gesang der Gottesdienstgemeinde begleiteten. Zum Jahresende 2009 wurde dann noch im Zuge der Erneuerung der Kirchentüren das mittlere Portal vollkommen neu gestaltet. Mit großen, dreidimensionalen Aluminiumbuchstaben, die in das Sicherheitsglas eingelassen sind, geben die beiden Türflügel mit Bezug auf die regionale Kirchengeschichte zwei grundlegende Bekenntnisse der lutherischen und der reformierten Konfession wieder. Für den Besucher wird so schon am Eingangsportal deutlich, dass er hier einen evangelischen Kirchenraum und damit eine „Kirche des Wortes“ betritt.

Die Kirche während der Außensanierung.    Schadenskartierung von 2005   

Den Anfang der mittlerweile dritten Kirchenrenovierung machte jedoch die Erneuerung und die damit verbundene Doppelverglasung der Kirchenfenster Anfang der 90er Jahre durch die Kunstglaserei Beiler in Heidelberg. Schon bald war den Verantwortlichen klar, dass diese Maßnahme nur ein erster Schritt für die weitere Restaurierung der Stadtkirche sein konnte. Relativ schnell war man sich einig, die ursprüngliche Raumfassung aus der Zeit der Einweihung bzw. der ersten Renovierung von 1909 wieder herzustellen. Nicht einigen konnte man sich dagegen in der Frage, ob der Altar künftig näher zur Gemeinde im vorderen Chorbereich seinen Platz finden sollte. Nach Beratungen mit Landesdenkmalamt und Restaurator entschied man sich schließlich für die historisch getreue Rekonstruktion des Kirchenraumes, die in den Jahren 1995/96 umgesetzt wurde. Unter der Leitung des damaligen Walldorfer „Kirchenarchitekten“ Philipp Weisbrod erhielten Raumschale, aber auch die Prinzipalstücke – Altar, Taufstein und Kanzel – ihren jetzigen, historisierenden Anstrich. Der rote Steinfußboden wurde erneuert und eine zeitgemäße Gasheizung eingebaut. Die Kirchenbänke wurden bewusst im Originalzustand belassen, aber grundlegend gereinigt und zum Teil abgebaut. Auf diese Weise konnte ein neuer Foyerbereich für die persönliche Begegnung nach dem Gottesdienst gewonnen werden.

Die beleuchtete Kirche bei Nacht. (Foto: Pfeifer)    Der Walldorfer Posaunenchor bei der „Langen Nacht der Kirche“ (Foto: Pfeifer)

Nach einiger Zeit stellte sich im Zuge der Freistellung der Stadtkirche – diese war auf der Nord- und Ostseite von einem verwilderten Grundstück umgeben – die Frage nach einem Sakristeineubau. Im Jahr 2004 wurde dann in Kooperation mit der Stadt Walldorf der Entwurf eines jungen Architekten aus Weinheim realisiert. Die in moderner Formensprache aus Edelstahlelementen und Glas gefertigte, nach oben hin geöffnete Sakristei schmiegt sich nun wie eine offene, schützende Hand an den Chorraum der Kirche. Die behutsame Außenbeleuchtung von Kirche und Sakristei machen seitdem das gesamte Gebäudeensemble auch bei Nacht zu einem wohl tuenden Ort. Zu guter Letzt wurde der Vorplatz vor der Kirche mit einem Geländer versehen, das ein Wort aus Psalm 37 wiedergibt, und als besonderes Kunstdenkmal die größte der alten Glocken in einen Betonkubus eingeschlossen. Die „erstarrte“ und zugleich „durchdringende“ Glocke lädt zusammen mit einem fußgängergerechten Entree zum Besuch der auch unter der Woche geöffneten Kirche ein.

Konfirmandinnen bei der „Glocke im Betonkubus“    Der alte Turmhahn.    Handlauf an der Treppe zur Heidelberger Straße mit der Inschrift „Befiehl dem Herrn deine Wege“ (Psalm 37,5), Foto: Rolf Mayer

 

Die Kommentare sind geschlossen.